basso dis:continuo

„In Nomine“-Kompositionen für eine Besetzung aus tiefen Instrumenten

Ab Mitte des 16. Jh. begannen englische Komponisten, Fantasien über den Satz „In nomine Domine“ aus einer Messe John Taveners zu schreiben. Diese Werke entwickelten sich zu einer eigenständigen Gattung, deren Bestand bis ins späte 17. Jh. rund 150 Instrumentalkompositionen (meist für Gambenconsort) umfasst

Mit basso dis:continuo wollen wir diese Linie erneut aufgreifen, ihr aber mit der Herangehensweise der „folklore imaginaire“ begegnen. Es entsteht ein musikalischer Zyklus, der sich allmählich von der ursprünglichen Cantus-firmus-Logik entfernt und sich hin zu Fragmentierungen wie wörtlich „unterbrochenen Basslinien“, Drone-Flächen und improvisatorischen Erweiterungen entwickelt.

ars dormiendi

<< die Kunst des Schlafens >>

Schlaf ist ein Zustand zwischen Welten: zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, zwischen Kontrolle und Hingabe, zwischen Geborgenheit und Abgrund. In ihm offenbaren sich die sanftesten wie auch die wildesten Seiten unseres Daseins.

Die europäische Renaissancemusik ist durchdrungen von dieser Vielschichtigkeit: die Werke aus einer Zeit des Umbruchs erzählen von Nacht und Traum, von Trost und Unruhe und hinterlassen uns Schlaflieder, die uns bis heute berühren.

In diesem Konzert öffnen wir die Türen zwischen den Jahrhunderten und lassen Altes neu erklingen. Die Instrumente sind nicht die, die diese Musik einst trugen, sie sind unsere. Die Stimmen folgen nicht nur den gesetzten Linien, sondern sie suchen ihren eigenen Weg. Zwischen den Stücken öffnen sich musikalische Traumsequenzen: Räume des Unerwarteten, in denen sich die Grenzen zwischen Gestern und Heute, Komposition und Intuition, Struktur und Chaos auflösen.

Auch der Schlaf ist ein Raum des Übergangs, ein Ort, an dem Bilder und Erinnerungen sich neu ordnen, in dem Zeit nicht linear verläuft. Träume verzerren, überlagern und dekonstruieren die Realität. Indem wir Alte Musik in ungewohnten Klangfarben aufbrechen, wird hörbar, was in ihr verborgen liegt: ihre radikale Kraft, ihre Fragilität, ihr Potenzial, sich zu verwandeln.

Was geschieht, wenn wir uns der Vergangenheit ohne Ehrfurcht, sondern mit Neugier nähern? Wenn wir Alte Musik nicht als museales Objekt betrachten, sondern als lebendigen Dialog?

My heart's in the highlands

In „My heart’s in the highlands“ hat es sich das Glen More Ensemble zur Aufgabe gemacht, Texte britischer Dichter in einer Melange aus Jazz, Folk und Elementen der Alten Musik neu zu vertonen. Die teils jahrhundertealten Texte setzen sich mit den menschlichen Sehnsüchten auseinander: nach Natur, Liebe, Freiheit, Tod; und resonieren bis in die heutige Zeit.
Neben den eigenen Vertonungen sind Stücke von John Ward bis Arvo Pärt zu hören.